Sommer, Sonne, Bratwurst?

Wenn die Luft samtig wird und die Blumen blühen, zieht es IHN nach draußen. Leider nicht für die Gartenarbeit, sondern um Essen im Freien über Feuer zuzubereiten. Grillen also. Früher holte man(n) sich ein wackliges Gestell mit Gitter, empfohlener Verkaufspreis 10 DM, von der Tankstelle und legte eingeschweißte Bratwürste auf die Roste.

Heute besitzt ER die Weber Grillbibel als Standardwerk, den Seafood-Spinoff, den Burger-Ableger und die wichtige Zubereitungsbibel der Hot Dogs. Bei jedem Gericht, das ER als grillwürdig einstuft, sind Knicke in den Seiten. Sämtliche Bücher sind oben rechts ein Drittel dicker. Alles müsste eigentlich gegrillt werden. Dafür braucht man aber neben Gas-, Kohle- und Stromgrill einen Pfanneneinsatz, den Pizzastein, den Gemüsekorb oder das Grillspießset.

Wenn die Grill-Ausstattung in der Garage wohnt, sollten folgerichtig die Grillbücher und das Zubehör da ebenfalls zu Hause sein. Also räumte ich die Lektüre in die Garage. Das fand ER doof und räumte sie wieder in die Küche. Das fand ich doof. Am Tag danach erfuhr ich, warum wir den Platz brauchten. Ein armer Paketbote schleppte mit einer Sackkarre ein riesiges Paket zu mir in die Firma: Grillkohle. Und zwar die Weber Restaurant Premium Grillkohle im 2 x 20-kg-Vorratssack .

Ich: „So einen Schwachsinn kaufst nicht nochmal! Grillkohle per Versand. Ich glaub, ich spinne.“

ER antwortete ungerührt: „Brauch ich ja auch nicht. Ham wa ja jetzt genug.“

Mir gingen die Argumente aus. Gestern wurde in die Firma ein mintfarbener Gameboy mit Laserschwert-Aufsatz geliefert. Ein Bratenthermometer. Immerhin brauchte niemand eine Sackkarre für die Anlieferung.

 

Herzliche Grüße

Ihre Tina Voß