Mahlzeit

Während meiner Ausbildung war das im Unternehmen die zwischenmenschliche Begrüßung von Menschen, die man mindestens schon einmal im Laufe das Vormittages gesehen hatte und die die zweite Hälfte des Arbeitstages einläutete. Jeder andere Ausruf hätte die Kollegen völlig aus der Strukturierung ihres Alltags gebracht.

Erstaunlich ist, wie viele ähnliche Sätze sich in unseren aktiven Wortschatz eingenistet haben. Fragt man in der Mittagspause (Mahlzeit!) in einem Geschäft seiner Wahl nach dem Preis eines Produktes könnte als Nachsatz kommen: „19% Märchensteuer nicht zu vergessen“ und dann folgerichtig die Frage: „Alles Klärchen?“. Verzieht man nun angewidert das Gesicht könnte das phrasengeübte Gegenüber antworten: „Immer schön geschmeidig bleiben.“ In Gedanken formuliert man: „Das kann ja Eiter werden“ und erschrickt maßlos vor sich selber. Jetzt ist Flucht vor sich und dem Verkäufer angesagt und man kriegt als Dreingabe beim überhasteten Stolpern aus dem Laden vom Verkäufer noch ein „Tschüssikowski!“ nachgerufen.

Erschöpft ist man zurück am Arbeitsplatz, lässt sich zur zweiten Tageshälfte auf den Bürostuhl plumpsen und in der gleichen Sekunde fragt der Schreibtischkollege: „Alles fit im Schritt?“ und verlässt den Raum mit der zu detailreichen Information: „Ich muss mal für kleine Königstiger.“

Aus die Maus!

Tschö mit Ö.

Ihre

Tina Voß