Alle Jahre wieder

Im Leben eines  - aus meiner Sicht – normalen Menschen gibt es kaum eine Verschnaufpause vor Aktivitäten, die die Welt nicht braucht. Während man im Sommer die liebevoll gestaltete Wohnung verlassen muss, um gemeinsam mit Wespen sein Abendessen über offenem Feuer zu grillen, ruft im Winter die noch schlimmere Variante: Der Weihnachtsmarkt.

Es ist kalt. Es regnet. Es ist dunkel. So fangen Horrorgeschichten an oder ein Abend auf dem Weihnachtsmarkt. Die Stadt ist übersät mit heimeligen Cafés und Kneipen, die im geheizten Innenraum ihre Verkaufswaren offerieren. Es gibt also keinen Grund, sich draußen im Nieselregen vor eine Bretterbude zu stellen. Dazu werden Getränke in angeschlagenem Steingut gereicht, die man die restlichen 51 Wochen im Jahr auf keinen Fall freiwillig konsumieren würde, z.B. Glühwein.

Niemand käme auf die Idee, Weizenbier heiß zu machen und Zimtstangen reinzuhängen. Warum passiert das also bei Wein?

Seit meiner Seepferdchen-Prüfung trinke ich auch keinen Kakao mehr, auch nicht, wenn jemand Rum rein kippt und das Getränk wie einen Teletubbi nennt, Lumumba. Dazu gibt es Weihnachtslieder aus knarzenden Boxen in Endlosschleife und als Erinnerung an den Abend meist noch eine Grippe. Kakao und gekochter Wein machen nicht mal satt. Daher isst man eine Bratwurst dazu. Einzige Vorteil gegenüber der Sommervariante: keine Wespen.

 

 
Ihre
Tina Voß