Zauber des Winters

„Mir stinkt’s!“, rufen olfaktorisch veranlagte Menschen, wenn sie mit einer Situation unzufrieden sind. Diese Menschen sind bei Gestank besonders empfindlich und können  manchmal auch ihre Mitmenschen nicht riechen. Die Industrie arbeitet seit jeher dagegen an und stattet von der Fußcreme hoch übers Intimspray bis ganz oben zum Haargel alles mit Duft aus. Da das bei Menschen so gut funktioniert, haben die Firmen das Portfolio auf den Haushalt erweitert.Im Geschirrspüler baumelt eine Art Amulett, das Zitronenaroma absondert, der Müllbeutel ist nicht nur antibakteriell (eine meiner Lieblingseigenschaften bei Verbrauchsartikeln), er riecht auch nach Ayurveda, das Geschirr wird mit „grüner Apfel“ gewaschen und der Klo-Stein verströmt „tropische Früchte“. Damit der Hund nicht zu kurz kommt, nagt er auf seiner Decke an einem Kauknochen mit Pfefferminzaroma vor dem Sofa, welches wiederum flächendeckend mit Thai-Orchidee eingesprüht wurde. Ich finde diese skurrilen Einsatzmöglichkeiten von Duft großartig und freue mich, wenn ich beim Einkaufen immer wieder Produktinnovationen entdecke, bei denen ein chemischer Duft im Lieferumfang enthalten ist.Mein neuer Favorit ist Toilettenpapier „Winterzauber“. Hierbei handelt es sich um ein saisonales Produkt, welches aktuell beim Drogeriemarkt meines Vertrauens angeboten wird. Beim Auspacken strömte ein so zimtiger Geruch nach Bratapfel und Lebkuchen durchs Bad, dass ich sofort wieder losgefahren bin und die Bestände aufgekauft habe. Nun stehen im ganzen Haus verteilt weiße Klorollen. Sieht kacke (pardon) aus, aber riecht umwerfend gut.

 

 

Ihre Tina Voß