Wie man's macht...

Gesund ernähren ist wirklich nicht einfach. Vor allem nicht, wenn man versucht, seine Essgewohnheiten nach den neuesten Erkenntnissen auszurichten. Früher gab es eine Ernährungspyramide, wo im Erdgeschoss die Kohlenhydrate wohnten: Nudeln, Brot, Reis, usw. Ganz oben thronte das schlimme Fett.

Heute werden Kohlenhydrate für alles Böse verantwortlich gemacht, vermutlich auch fürs Ozonloch. Und nimmt man eine Pulle Olivenöl auf Ex, hat man sogar Gutes für seine Gefäße getan. Isst man allerdings ein Pfund Butter, wirkt sich das nicht so vorteilhaft aus. Da muss man schon sehr genau informiert sein, um nicht gutgläubig die Fritteuse auszulecken.

Später war es hip, sich mit ganz viel Obst zu ernähren. Aktuell heißt es, dass die darin enthaltene Fructose Diabetes fördert. Und dass sie sogar für Gicht verantwortlich ist. Dabei waren für Gicht, Arteriosklerose und anderen Schrecklichkeiten vor ein paar Jahren noch die Frühstückseier verantwortlich. Die sind aber aktuell von jeder Schuld freigesprochen. Vegetarier, Veganer und sämtliche andere Essbehinderungen lasse ich mal außen vor. Da weiß ja keiner mehr, ob diese Kreaturen nicht demnächst aufgrund von Mangel an fleischlichen Eiweißen zu Staub zerfallen.

Die wirklich wichtigen Fragen für mich lauten: Schmiere ich mein Nutella nun auf Weiß- oder Vollkornbrot? Rühre ich es in den Reis? Bestreiche ich eine Banane oder ein Ei damit? Oder tunke ich einen Rettich in die geliebte Schokoladenmasse? Aus lauter Verunsicherung über das richtige Beiwerk esse ich es seit Jahren direkt aus dem Glas mit dem Esslöffel. Pur, ohne Sättigungsbeilage.

Ihre Tina Voß