Weg mit dem Besenwagen

Stellen Sie sich vor, dass Sie sich km für km durch einen Marathon quälen, für den sie Jahre trainiert haben. Sie haben Ihre Zeit nach Ihren Maßstäben gut eingeteilt, sie fühlen sich fit und genießen das Rennen. Was macht es da, dass alle an Ihnen vorbeilaufen? Nichts, denn beim Marathon hat man ja idealerweise keine Gegner, sondern man läuft ganz bei sich im eigenen Tempo und mit eigener Strategie zur Einteilung der 42,195 km. Auf einmal hören Sie hinter sich ab km 30 ein stetiges Motorenbrummen, das Sie anfangs noch ignorieren, aber irgendwann schallt eine ungehaltene Stimme über das Brummen hinaus, die Sie auffordert, doch endlich in den Besenwagen zu steigen, weil sie von 14.000 Startern jetzt der letzte seien und der Fahrer des Besenwagens erhebliche Zweifel habe, ob Sie es noch bis ins Ziel schaffen und außerdem hat der Besenwagen Feierabend, wenn er den letzten heimgebracht hat.

Wie unwissend der Mann doch war! Schließlich hat er einen fast 70-jährigen Mann überreden wollen einzusteigen, der beharrlich dabei war, seinen 169. Marathon zu absolvieren. Er wurde dann mit 5.36 Std. doch noch vorletzter und hat den Besenwagen noch mal drauf hingewiesen, dass er ja insgesamt vom Veranstalter 6 Std. Zeit hatte, sein Rennen zu beenden. Wer war da wohl unwissender?

Ihre

Tina Voß