Streitereien

Zu einer Beziehung gehört auch ab und an mal ein handfester Streit. Wenn sich die erhitzten Gemüter wieder beruhigt haben, spricht man sachlich über die Gründe, macht seine Position deutlich und dann ist es auch wieder ok (ok, in der Theorie kann das so sein).

Nur, wie klärt man das mit einem Mops? Zwischen ihm und mir ist das Tischtuch zerschnitten.  Wir haben normalerweise einen entspannten Umgang miteinander, aber bei einigen wenigen Dingen lasse ich nicht mit mir reden. Eine unumstößliche Regel lautet: Wir essen keine Katzenscheiße.  Das gilt auch, wenn sie im Garten appetitlich angerichtet bereitliegt. Wir haben da so eine Art Lieferservice. Die Viecher schleichen sich ein, deponieren ihr Gastgeschenk und verschwinden wieder. Nun hatte der Mops überprüft, ob die Regel noch gilt. Ist das, was bei einer Katze hinten raus kommt, eine Art Trüffel oder Kaviar von kurzbeinigen Hunderassen?

Als ich ihn beim Imbiss der Katzenhinterlassenschaften gestört hatte und energisch wegzog, knurrte er mich stinksauer an. Danach war bei uns Eiszeit. Der Mops saß am anderen Ende des Raums und zeigte mir sein Hinterteil. Ganz selten bewegten sich verräterisch die Ohren. Ansonsten schaute er stoisch die Wand an. Ich ignorierte ihn auch.

Irgendwann trabte er hoheitsvoll unter den Tisch, setzte sich frontal vor mich und fing an, sich genießerisch die Lefzen zu lecken. Das war kein Friedensangebot. Das war die zweite Deeskalationsstufe!

 
Ihre
Tina Voß