Sitzschuhe

So nennt meine Freundin ihre High Heels, weil man mit diesen Dingern max. 100 m gehen kann. Aber die Industrie kommt den Frauen, die solche Waffen lieben, mit vielerlei sinnvollen Produkten entgegen. Waren früher die Blasenpflaster den Marathonläufern und Wanderern vorbehalten, kam der Durchbruch für die Sitzschuhe mit der Erfindung der „Party-Feets-Druckstellen-Einlagen“. Die Wegstrecke wird um rund 50% verlängert und man schafft 150 m bis man sich schleunigst eine Sitzgelegenheit suchen muss. Denn das würdevolle und elegante Stehen hält auch nur Sekunden an, wenn man das nicht von Kindesbeinen an trainiert hat. Aber wie viele 5-jährige im Training mit High Heels trifft man schon in der Stadt? Dazu kommt, dass diese Schuhe auch voll teuer sind. Das finde ich komisch, denn Schuhe sollten teuer sein, wenn sie viele Funktionen haben. Besondere Sohlen beim Laufen, Gore-Tex-Membranen beim Wandern und dazu noch eine Steigeisenfestigkeit rechtfertigen eine gewisse Investitionssumme. Aber für was wurden bloß High Heels erfunden? Meine Theorie lautet, dass es ein langfristiges Geschäftsmodell von unterbeschäftigten Orthopäden ist, die sich so über Jahre einen festen Patientenstamm sichern. Leider war bisher noch keiner der o.g. bereit, das mir gegenüber zuzugeben. Aber eines Tages verplappert sich mal einer und dann kommt alles raus.

Ihre

Tina Voß