Sicher ist sicher

Es ist wichtig, immer gut vorbereitet zu sein. Ich wäre niemals mit Mut zur Lücke in eine Klausur gegangen, für die ich nicht gelernt hatte oder würde auch unter keinen Umständen erst am Abend vor dem Abflug oder – oh Schreck- am gleichen Tag des Starts meine Koffer packen. Solches Zwangsverhalten macht auch vor großen Projekten nicht halt. Nach dem Finden einer Wohnung fange ich bereits an, saisonale und somit aktuell nicht mehr benötigte Artikel in Zeitungspapier zu wickeln und in Kisten zu verstauen. Wenn man jede Woche einen Karton packt, dann ist man bis zum Umzug entspannt fertig. Kleinigkeiten wie z.B., dass der Vormieter eine monatelange Kündigungsfrist hat, stoppen mich keinesfalls im Aktionismus.  Ich fühle mich alleine schon durch das Packen gut vorbereitet. Wird nun die Zeitspanne zwischen den Umzügen immer größer und der Vorrat an geeigneten Besteck und Geschirr immer kleiner, kann es schon mal passieren, dass ich mehrere Sommersachen übereinander anziehen muss, denn die Wintersachen sind ja alle vor Monaten in Kisten gewandert. Da die Saisonartikel von mir selbstverständlich zuerst verpackt wurden, diese nun unter den Kartons mit Büchern, Pfannen und Töpfen unerreichbar im Gästezimmer in der ersten von zehn Reihen am Fenster des Umzuges harren, muss nun mal improvisiert werden. Die Stimmung zu Hause wird frostig, da wir auch keine Gäste mehrempfangen können. Ich war der Überzeugung, dass wir für die kurze Zeit zum Umzug nur noch ein Besteck pro Person, eine Tasse, einen Teller usw. benötigen. Ich würde ja mit Papptellern improvisieren, aber womit sollten wir die befüllen? Konserven, Gewürze und Co. sind auch dem Zugriff entzogen und leben ebenfalls im Gästezimmer. Ich habe versprochen, in kleinen Schritten dieses Verhalten abzumildern. Selbstverständlich bleibt der Hausrat in Kisten. Aber wir gehen ins Kino – ohne Karten vorzubestellen. Wenn das man gut geht.

 

Ihre Tina Voß