Schiff ahoi

An Kroatiens Küste ist das Wasser so blau, dass man eigentlich nicht mehr weg möchte. So ging es einem alten bayrischen Freund, der sich, verzaubert von der Landschaft, ein kleines Boot kaufte. Fortan fuhr er mit seinen Kumpels von München nach Kroatien und sie tollten mit dem Motorboot im Wasser rum.

Meist sprangen sie nacheinander mit Karacho vom Achterdeck ins Wasser, schwammen zurück, lachten über ihren jugendlich männlichen Übermut und machten das gleiche noch mal. Mit steigendem Alkoholgehalt, Sonne tat ihr übriges, ließen sie das Boot immer schneller im großen Kreis fahren und sprangen weiter. Der auf dem Boot verbliebene wechselnde Freund drosselte das Tempo, nahm die anderen auf, sprang selber und weiter ging der Spaß. Irgendwann verloren die Herren aber leider den Überblick. „Wieso hält der Depp nicht an?“, wunderte sich einer der Freunde im Wasser, der wieder an Bord klettern wollte. Mit großen Augen schaute er in die Runde und sah ALLE Freunde mit sich im Wasser und das Boot zog immer größere Kreise. Während sie noch hektisch überlegten was zu tun ist, löste sich die Sperre und das frei gelassene Boot schoss wie ein Pferd ohne Reiter zum Strand. Mit beherzten Sprüngen brachten sich alle Badegäste in Sicherheit. Die Freunde, die nicht wussten, was die kroatische Polizei in so einem Fall an Gefängnisstrafen ausrufen würde, schwammen zum Ufer und trampten schnell zur gemeinsamen Ferienwohnung, meldeten ein paar Kreditkarten und Mobiltelefone als verloren und fuhren schnell nach Hause.

Ein Boot hat seit dem keiner mehr gemietet.

Tina Voß