Personalarbeit

Unsere Kollegin Rebekka führt  charmante Vorstellungsgespräche und denkt beim Stellenbesetzen oft um die Ecke. Aber wenn ein Bewerber sich bestimmte Eigenschaften zuschreibt, erwacht etwas in ihr und schlägt zu.„Sie haben Grundkenntnisse in Chinesisch? Prima, lassen Sie uns das Gespräch auf Mandarin weiter führen. Oder bevorzugen Sie einen  Dialekt, der außerhalb von Peking gesprochen wird“, fragt sie lächelnd.Wo hat sie diese Verhörtechniken gelernt? Sie führte früher in ihren Studenten-WGs die Auswahlgespräche für neue Mitbewohner! Zuerst wurde ein Anforderungsprofil erstellt, das in etwa so aussah: kräftiger junger Mann mit handwerklichem Geschick. Es galt Wasserkisten nach oben zu wuchten und kleine Reparaturen durchzuführen. Dazu gab es einen Marketingplan: Aushang an der Sport-Uni.Als die ersten Bewerber interviewt wurden, erfolgte die Auswahl noch nach Sympathie. Leider wurde so ein falscher Kandidat eingestellt: Musiker mit Rücken. Wie kam der an den Aushang? Er ging zum Essen in die Mensa der Sport-Uni. Nun stellte sich bald heraus, dass er nicht nur keine Wasserkisten tragen konnte, sondern seine Leidenschaft dem Alphorn und der Trompete galt.  Was sich erst wie eine Katastrophe anhörte, war dann ein echter Glücksfall für die Frauen-WG. Wasser kam auch aus dem Hahn und so viel zu reparieren gabs eigentlich nicht. Aber gestritten wurde gerne und oft. Die Trompete verhielt sich dabei stets neutral, hörte alle Seiten an und verteilte nach dem Streit an alle Schokolade. Er war Schweizer.

 

 

Ihre Tina Voß