Mit Zitronen gehandelt

Die sauren Biester waren jahrelang das Aushängeschild für sinnvolle Hausmittel bei Erkältungen. Auch heute noch findet man in Speisekarten neben Kaffee und Kakao „Heiße Zitrone“. Das Zeug schmeckt widerlich, aber wenn der Hals kratzt, versucht man alles, um das Schicksal mit Vitamin C gnädig zu stimmen.

Genauso einen guten Ruf hatte jahrzehntelang Spinat. Sogar eine Comicfigur mit dicken Armen konsumierte das grüne Pladderzeug, weil sein Eisengehalt groß und stark machen sollte. Dabei war das nur ein Kommafehler, der erst vor wenigen Jahren korrigiert wurde. Viele Jahre Spinatessen wären mir erspart geblieben und ich wäre vermutlich trotzdem größer als 1,20 Meter geworden.

Zurück zum hohen C. Marketingexperten der Pharma-Industrie dichteten in den 30er Jahren dem Vitamin C nahezu magische Heilkräfte an, weil ihr Arbeitgeber anfing, es synthetisch herzustellen und der wollte das Pulver gut vermarktet wissen. Die Auswertung von 29 (!) Studien aus der heutigen Zeit ergab leider, dass das Vitamin keinen, aber auch gar keinen, Effekt hat, wenn man es hoch dosiert gegen Krankheiten einsetzt.

Wenn jetzt noch jemand herausfindet, dass Rote Beete, MultiSanostol und Lebertran eher krank als gesund machen, muss ich meine Kindheit rückwirkend neu bewerten.

 

Liebe Grüße

Tina Voß