Männerspielzeug

ER ist mit seiner Neigung zu Lego-Todessternen, Infrarot-Tastaturen oder alten Autos innerhalb einer gewissen Norm. Etwas außerhalb der selbigen ist Drohnen-Peter. So getauft, weil er bereits die vierte Aufklärungsdrohne für den Hausgebrauch in Benutzung hat. Zu Gruppenausflügen und Grill-Events hat Drohnen-Peter immer sein Fluggerät samt Fernsteuerung dabei. Mit vier Propellern und einer Hochleistungskamera ausgestattet, erfahren männliche Mitreisende wie ihr zurückweichendes Haar aus der Vogelperspektive aussieht. Einfach mal im blickdicht zugewachsenen Kleingarten liegen und Körperteile an die Sonne lassen, die da sonst nicht hindürfen, ist nicht mehr. Peters Drohne fliegt vielleicht übers Haus bis zum Garten und schießt aus großer Höhe gestochen scharfer Bilder. Als ER und Peter anfingen, über technische Details zu sprechen, fing ich an, aufmerksam zu werden. SEINE Augen leuchteten, er rückte lächelnd auf dem Stuhl nach vorne und befühlte die kleinen Rotoren. Gefahr! Es blinkt, es kann fliegen, es wird ferngesteuert und man kann es mit dem iPhone verheiraten. Zum Glück fiel einer der vier Propeller aus und das Flugobjekt blieb traurig am Boden. ER verlor das Interesse. Die Technik scheint nicht ausgereift zu sein. Mit fehleranfälligen Teilen gibt er sich nicht ab. Ich konnte aufatmen. Noch erwärmt ER sich für Rasenmäher, Freischneider und Laubbläser. Die haben solide Motoren, knattern laut rum und riechen nach Benzin. Hoffentlich wird er dabei nicht mal von einer Drohne beobachtet….

 

Ihre Tina Voß