Kein Anschluss unter dieser Nummer

Einen Telefonanschluss zu ordern, erfordert eine Ausbildung. Am besten eine zum Fernmeldetechniker gekoppelt mit einem Informatikstudium.
„Guten Tag, ich möchte einen Telefon- und einen Internetanschluss bestellen.“ Damit dachte ich, dass ich den Kaufgegenstand hinreichend beschrieben hatte. Die Detailfragen seitens des Verkäufers nach Art und Güte konnte ich leider nicht beantworten. Aber seit ich in den 80er Jahren „Wall Street“ gesehen habe, kenne ich die Masterfrage dazu: „Erklären Sie es mir bitte so wie einem 5-jährigen Kind!“
„Personen unter 18 Jahren dürfen bei uns keine Fernmeldedienstleistungen kaufen.“ Der Punkt ging an die Stimme im Hörer.
„Ich möchte telefonieren und Emails abrufen.“ Zweiter Versuch, den Kaufgegenstand dieses Mal durch Tuwörter zu beschreiben.
Klack, klack...er haute in die Tasten. „An dem gewünschten Standort sind aktuell sowieso keine Ports frei.“
„Was heißt das? Wann werden denn diese Portdingsda frei?“
„Wenn jemand kein Telefon mehr haben möchte.“
„Wer sollte heutzutage denn sein Telefon abbestellen?“
„Die Erben?“
Schluck. Ich soll jemanden meucheln, damit ich danach Menschen anrufen kann? Was ist, wenn viele andere auf der Warteliste vor mir stehen? Muss ich dann ein ganzes Dorf ausrotten, bis ich mich weit genug vorgearbeitet habe? Vielleicht wird der Besitz eines Telefons doch überbewertet.

Ihre Tina Voß