Italien vs. Schweiz

Die Paarung Italien gegen Schweiz zeigt im Fußball ein Ungleichgewicht zugunsten des Stiefelstaates. Geht es aber darum, effizient und schnell im häuslichen Umfeld Espresso zu kochen, liegen die Schweizer klar vorne.

Bei einem Wettstreit zwischen einem Vollautomaten, der von den Eidgenossen gebaut wurde, und die Präzision eines Uhrwerkes der Alpenrepublik hat, kann auch der Laie mittels Knopfdruck sein Koffein bekommen. Innerhalb von 30 Sekunden inklusive Vorglühen steht das kleine heiße Getränk bereit.

Der italienische Wettbewerber hat über die Ebay-Plattform bei uns Einzug gehalten. Ein Arzt trennte sich nur schweren Herzens, weil seine (kluge) Frau auf einen Schweizer Vollautomaten bestanden hatte, von der Dampfmaschine.

Nun steht der einarmige italienische Espresso-Bandit drohend mit allen Zusatzgeräten wie z.B. elektrische Kaffeemühle in der Küche auf geschätzten zwei Quadratmetern (Jura braucht nur den Platz eines Blatt Papiers!).

Will ich an einem Freitag einen Espresso trinken, muss ich das mittwochs anmelden. Maschine einschalten und das Blubbern, Zischen und Fauchen abwarten. Dann sind hoffentlich die Bohnen in der richtigen Röstung da, die Leitungen nicht verkalkt, die Wasserhärte stimmt und….ne, noch keinen Kaffee. Den gibt’s erst im nächsten Monat. Um das richtige Verhältnis zwischen Röstung, Wasserhärte und Druckverhältnis des Siebträger-Hebels zu kennen, braucht es einen zweitägigen Kurs, kostengünstig vom Hersteller angeboten und viel Geduld.

Werde ich den zu Weihnachten geschenkt bekommen, bestehe ich auf Barauszahlung und investiere das Geld in Bohnen für den Schweizer Freund. Dann stelle ich die Dampfmaschine auf Ebay ein, spende das Geld und behaupte, dass wissende Diebe das Chromgerät entwendet haben. Ciao, Italien.

Ihre

Tina Voß