Im Weidenkörbchen

Vor kurzem ergab ein graphologisches Gutachten nach Balkanart, dass ich Extremsituationen meide und spontan bin. Aber was bedeutet das Wort „Extremsituation“? Es gibt absurde Möglichkeiten, die ich spontan meide, wie der Mops die Jauchegrube.

Ich komme nicht auf die Idee, mich  in ein Weidenkörbchen zu stellen, das wiederum an einem Luftballon hängt, um damit in Richtung Himmel zu fahren. Fahren, nicht fliegen. Es heißt Ballonfahrt. Ist der Thrill, ggf. an einer Hochspannungsleitung gebrizzelt  zu werden? Oder empfindet man es als Kick, wenn man seine Imodium vergessen hat und verkrampft im Körbchen über die Felder schaukelt?

Absurd ist auch die Vorstellung, mich baumelnd in einem reißfesten Strampler samt Helm zwischen den Beinen eines fremden Mannes aus einem Flugzeug schupsen zu lassen und wie Pan Tau (kennen nur die Ü40 unter uns) mit einem Schirm zu landen.  Zumal das Flugzeug von der Art ist, wo keine Getränke serviert werden. Es ist winzig. Und dann macht da noch jemand mutwillig die Tür auf? Furchtbar.

Ebenso wenig  ist es reizvoll, ein überdimensionales Einmachgummi um die Füße gewickelt zu bekommen und von einer Brücke gestoßen zu werden. Habe ich die falsche Einstellung oder das falsche Gutachten? Spontan fällt mir das nicht ein.  

 
Ihre
Tina Voß