Im Strandkorb

So, nun sitz ich hier also und warte auf die Erkenntnis, wieso das Hocken im Strandkorb so beliebt ist, dass man dafür Eintritt und (!!) Miete für einen überdimensionalen Plastikflechtkorb zahlen muss.

Schon die Frage des Strandkorb-Leasinggebers, ob Dünen- oder Meerseite gewünscht ist, machte mich ratlos und ich fragte zögernd nach der Sonnenseite. Konnte man alles haben oder musste man sich bei „Sonnenseite“ mit dem Ding auf den Rücken legen, damit man bloß nicht Meer oder Dünen sieht? Man hat ja nur für „Sonne“ bezahlt.

Ich klebte dann also dünen-sonnenseitig schwitzend an der blau-weiß-gestreiften Auslegware fest und schaue meinen weißen Beinen beim Rotwerden zu. Wohl wissend habe ich „Textilstrand“ gewählt, denn das FKK-Publikum ist im Schnitt sehr viel älter und zeigefreudiger. Ich muss nicht alles über die Anatomie der Menschen in ihren unterschiedlichen Ausprägungen wissen.

Beim Rundblick sehe ich zwei erwachsenen Männern beim Ballspielen zu. Himmel, das habe ich im Alter von 5 Jahren zuletzt gemacht. Aber halt... wann habe ich zuletzt zwei Six-Pack-Bäuche nebst anderen Muskeln live gesehen? Schlagartig wurde mir klar, dass der Eintritt nicht für den Strand war und dass die ollen Körbe in Wahrheit Logenplätze sind. Schnell wuchtete ich das Ding von der Dünen- auf die Strandseite, setze die Sonnenbrille auf und gucke begeistert Ballwerfen. Strand ist voll super!

Ihre
Tina Voß