Identitätsklau

Bei uns Zuhause werden Daten missbraucht – und zwar meine. ER liest seit Anbeginn aller Zeiten eine bekannte Wochenzeitschrift. Aus Datenschutzgründen nenne ich sie Mond. Zuverlässig liegt die aktuelle Ausgabe donnerstags im Briefkasten. Aber nur so lange, wie ER sie nicht kündigt, um bei der nächsten Neuanmeldung die Abo-Prämie einzusacken.
Akkuschrauber, Tischstaubsauger, Wasserkocher und auch einen Gasgrill haben wir schon. Ich fand, dass wir nun den Mond ohne Unterbrechung beziehen könnten. Denkste! ER kündigt den Mond, meldet mich bei Leser werben Leser an und nach Aktenlage werde ich (ICH!! Nicht ER!!) Besitzerin eines 110-Euro-Gutscheins. Ich habe IHN für den Mond geworben.
Als nun Monate später der Gutschein auf dem Postweg eintrudelt, hielt ich das für eine perfide Methode, mich auf eine Abzocke-Seite zu lotsen. Auf diese Weise buchte schon unerkannt eine Internetseite, die Furzmaschinensoftware für Mobiltelefone vertreibt, Beträge von meinem Konto ab. Also schmiss ich den Brief weg und war glücklich. Die konnten mich nicht mehr betrügen.Nun fragt ER, wo denn wohl SEIN 110-Euro-Gutschein sei. Der lag leider seit einem Tag im Büro im Altpapier. Das wurde dummerweise eher geleert und nun war das Ding futsch.
Jetzt verlangt ER eine Barauszahlung von 110 Euro. Ist das nicht in etwa so, als würde man einen Banktransport überfallen und später wird einem das Geld geklaut? Wen will man dann haftbar machen? Ich sitze das mal aus und lese den Mond.

Liebe Grüße

Tina Voß