Gnade vor Urlaubsfilmen!

Erstaunt beobachtete ich auf einer Seereise, wie div. Herren - Frauen machen so was nicht - nahezu alles via Videokamera dokumentierten. Wenn ein Schiff 23x während einer Reise in einem Hafen anlegt, finde ich es urkomisch, wenn man das jedes Mal filmt und dabei in das Mikro die dazugehörigen Fakten murmelt. Allein mit dem wiederholten Anlegevorgang dürfte der Chip einer durchschnittlichen Kamera restlos voll sein. Wenn dann noch derselbe Hobby-Filmer eine lange senioren- gerechte Busfahrt ununterbrochen vom Mittelgang aus mitschneidet, fehlen mir die Worte.

Welche arme Seele muss sich das bloß daheim anschauen und was nehmen die Menschen, um dabei wach zu bleiben? Dagegen ist die lange Kinonacht mit dem Direktors Cut aller Herr-der-Ringe-Teile ja bestenfalls eine Trainingseinheit für Vatis Urlaubsfilme. Da gibt’s keine Elfen, keine Hobbits und vor allem keine Handlung. Das ist mehr so wie die Spacenight im Dritten nach Sendeschluss, bei der man in Ruhe eindösen kann, ohne, dass man Vatis Ellbogen in die Seite gerammt bekommt, weil gleich eine ganz spannende Kehre kommt, die der Busfahrer gekonnt gemeistert hat.

Ich wünsche allen Urlaubsfilm-Guckern viel Tapferkeit und Demut vor dem Werk und allen Filmvorführern Gnade und Barmherzigkeit, denn auch ihr könntet irgendwann zu Urlaubsvideos eingeladen werden….

Liebe Grüße
Tina Voß