Geheim, geheim!

Millionen E-Mail-Konten wurden dieses Jahr schon geknackt. Unter anderem meines. Dabei tausche ich mein Passwort (ohne Sonderzeichen, ohne Zahlen) regelmäßig alle sechs Jahre oder so. Nun erfreuten sich viele meiner auf Yahoo gespeicherten E-Mail-Kontakte über Informationen zu Penisverlängerungen, Klingeltönen und andere interessanten Produktneuheiten. Ich habe reagiert und mein Passwort radikal geändert: Ich habe eine Jahreszahl hinzugefügt. Damit gehöre ich nicht zu den leichtsinnigen 56%, die keine Gegenmaßnahmen ergriffen haben. 123456, GEHEIM und das innovative QWERTZ (bei wem sich dieses Wort nicht erschließt, bitte mal auf die Tastatur blicken) werden von 29% aller Nutzer angewandt. Name der Ehefrau, des Haustieres und vor allem das eigene Geburtsdatum sind genauso raffiniert und werden von weiteren 30% benutzt. 58% merken sich ihr Passwort, 76% haben es schon mal vergessen. Über meine Einordnung in diese statistischen Werte grübele ich seit Tagen. Wo sortiere ich mich ein? Meist merke ich es mir, aber ich habe es auch schon mal in mir verlegt und nicht wiedergefunden. Gröhlendes Gelächter beim IT-Dienstleister, als ich deswegen meinen Rechner zurücksetzen lassen musste. Selbstverständlich behaupteten die, dass das jeden Tag vorkommen würde. Ich kenne die Statistik: 76% geht es genau wie mir. 41% verzichten auf Groß- und Kleinschreibung und 62% der Codes enthalten keine Sonderzeichen. Meine Passwortstrategie habe ich nach dem Studium dieser Zahlen neu festgelegt. Ich kombiniere alle Figuren der Muppets Show mit den Nachnamen mütterlicherseits von meinen Grundschulklassenkameraden, fiktiven Jahreszahlen und den Vornamen der Mainzelmännchen. Das soll mal jemand knacken!

 

Ihre Tina Voß