Gattenmord

In dem seltenen Fall einer Mopstrennung hoffe ich auf humorvolle Freunde, die bereit sind, das Marzipanschwein liebevoll zu betreuen – so wie es früher meine Freundin Steffi gemacht hat.

Heut ist das leider vorbei, da ihr zahnloser und immer für Mops-Judo bereite Jack Russell-Opa das Zeitliche gesegnet hat und ihm ein Australian Shepard gefolgt ist, der statt eines rassetypischen Hüte-Gens ein fundamentalistisches Mops-Hass-Gen in sich trägt. Aber er bewahrt Steffi auch vor dem Gattenmord, denn als der Mops noch ab und an bei Steffi residierte, vernahm sie eines Nachts Schnarchgeräusche in ungeahnter Lautstärke.

Wütend über die Schlafunterbrechung kassierte ihr Mann die ersten Bodychecks, aber der Geräuschpegel blieb. Steffi nahm mordlüstern ihr Kissen und drückte es dem friedlich schlummernden Gatten beherzt ins Gesicht. Der schlug, plötzlich wach geworden, wild um sich und versuchte dem Erstickungstod zu entgehen. Was Steffi nun endgültig stutzig machte war, dass er dabei völlig gleichmäßig weiter schnarchte.

Ein Blick vors Bett rettete die Ehe samt Menschenleben. Der Mops hatte sich unbemerkt ins Schlafzimmer geschlichen, lag zusammengerollt auf dem Bettvorleger und schnarchte wohlig entspannt vor sich hin. Ob Steffis Mann den Shepard zu seinem eigenen Schutz heimlich als Mops-Hasser abgerichtet hat? Ich werde diesen begründeten Verdacht bei Gelegenheit überprüfen ...

Ihre
Tina Voß