Frei von Eitelkeiten

Ein alter Freund arbeitet seit Jahren daran sein Kindheitstrauma vom Mops-Gassi-Gehen in Hannovers City zu überwinden. Täglich musste er als Jugendlicher die beiden Möpse seines Vaters durch die Innenstadt führen und das Gespött sowie die mitleidigen Blicke ertragen. "Wo sind die denn gegen gelaufen?" ist in unterschiedlichsten Varianten der meist gesagte Satz seiner Kindheit. Er hält sich seitdem immer Hunde, die mindestens kniehoch sind.

Ein nicht mopsgepräter Bekannter nennt seit einem Maschseespaziergang den Mops allerdings „MM“ – Mädchenmagnet. Ursprünglich ging er nur neben dem Mann, der die Leine des Mopses mit großer Lässigkeit in der Hand hielt. Nach einer halben Stunde bat er den Mopsbesitzer in einem Café Platz zu nehmen, fragte noch schnell wie der Hund denn hieße und zog mit dem verdutzten Tier in die nächste Runde.

Zufrieden und aufgekratzt kam er nach einiger Zeit wieder ins Café zurück. Er hatte vorher beobachtet, dass selbst Frauen mit Partner an der Seite dem Mann-Mops-Gespann interessierte Blicke zuwarfen. Das beobachtete er einige Zeit und riss sich dann für die eigene Jagd das arglose Hundchen unter den Nagel. Sein Fazit: Frauen, die einen vermeintlich heteroesexuellen Mann mit einem Mops sehen, denken, dass der so cool und frei von Eitelkeiten ist, dass er sogar eine solche Kreatur ungerührt durch die Welt führen kann. Und schon gabs eine Telefonnummer als Belohnung.

Ihre
Tina Voß