First Class-First Love

 

Durch eine wunderbare Fee wurde der zweite Business-Flug meines Lebens, der erste war der Hinflug, versehentlich zu einem First- Class -Flug upgegradet. Freundliche Menschen führten mich an der Schlange des Check -In vorbei und brachten mich bis zu meinem Sitz-Sessel-Bett mit einem Bedienfeld wie im Cockpit  in den Buckel des Jumbo-Jets. Endlich wusste ich, wo es diese Treppe hochgeht, die ich normalerweise nur neugierig angucken durfte. Wenig Sitzplätze und nahezu die gleiche Anzahl von Stewardessen sicherten mir eine umfassende Betreuung zu, wie man sie früher bei der Einzel-Mathe-Nachhilfe-Stunde zutiefst gehasst hat.

Während ich mich noch staunend umschaute, taxierte mich die Stewardess und brachte mir einen schmeichelhaften S/M-Größe Schlafanzug von van Laack, den ich als einzige auf dem Tag-Flug sofort begeistert anzog samt Schlappen, Socken und der Schlafbrille neckisch wie eine Sonnenbrille auf den Kopf geschoben. Auch das kleine Bogner - Täschchen begeisterte mich so, dass ich alles ausprobiert habe (Zähne putzen, Gesichtscreme, Deo, Feuchtigkeitsmaske usw.) und mich zutiefst zufrieden auf meinen nahezu überall hinfahrbaren Sitz zurück lehnte.

Ich habe ALLES von der Speisekarte bestellt, habe 4 Filme geschaut, jede CD gehört, Englisch und Französisch-Kurse belegt, jede Zeitschrift gelesen (ok, bei den asiatischen habe ich mir die Bilder angeschaut) mir alle 3 Stunden die Zähne geputzt und ansonsten in meinem Sitz mit Daunenfederbett gethront und mir fest vorgenommen, keine Sekunde zu verschlafen.

Mit roten brennenden Augen und Magenschmerzen habe ich unendlich zufrieden nach 11 Stunden das Flugzeug verlassen. Meine Tasche war prall gefüllt, da ich dem freundlichen Sitznachbarn sein Herrenkosmetik-Täschchen und seinen L-Schlafanzug abgeschwatzt habe, um tolle Geschenke für zu Hause zu haben.

Danke, gute Fee.