Falsch verbunden

Als Emails noch nicht in Echtzeit beim Empfänger aufpoppten, sondern über eine ISDN-Leitung abgerufen wurden, konnte man seine Irrläufer zurückrufen, und mit ein bisschen Glück erfuhr der neugierige Absender nur, dass da irgendwas falsch gelaufen ist.

Blöd ist, wenn man gar nicht weiß, dass man eine Bombe durch die Leitung gejagt hatte. Die Mitarbeiterin der Arbeitsagentur Nürnberg z.B., die ihren Austausch über die sexuelle Unlust ihrer männlichen Beziehungsseite versehentlich an den Verteiler statt an die Freundin schickte, wird vermutlich noch lebenslang vor Scham im Boden versinken. Die Belegschaft der Agentur und die gesamte Web-Gemeinde wissen, dass Carla sich immer besonders vorbereitet hatte und jeden Tag bestimmte Dinge von ihrem Freund erwartete. Dieser verweigerte sich aber fortwährend. Das setzte den Austausch mit der Freundin via Email in Gang und das Unheil nahm seinen Lauf.

Mehrere tausend Kollegen und Internet-User fragten sich, ob der Hausfrieden bei Carla wieder hergestellt wurde und einige Kollegen pilgerten unauffällig zu Carlas Büro, um die Dame mal in Augenschein zu nehmen. Vielleicht konnte ihr geholfen werden, falls sie nicht ein ganz und gar abschreckendes Äußeres hatte.

Mit dem Suchbegriff „peinliche Emails Arbeitsagentur“ spuckt Google übrigens die gesammelten Werke aus. Als Bonbon findet man beim Blättern auch eine große Anzahl amüsierter Kommentare unbekannter Leser.

Liebe Grüße

Tina Voß