Ein Gespräch, beinahe

Menschen sind soziale Wesen, die miteinander in Kontakt treten, sich eines gemeinsamen Nenners, wie Zuneigung oder Abscheu, vergewissern und so täglich immer wieder ihre Grenzen ausloten. Wenn ich meine Freundin Sandra fragen würde, was sie grad so umtreibe, würde sie mir etwas erklären, das ich im Zweifel genauso erledigen würde und wir hätten ein tiefes Verständnis füreinander. Zuhause ist das anders, vollkommen anders.Szene am Rechner. Ich frage: „Was machstn da?“
„Nix.“
„Aha.“
Szene am Telefon, Anruf von unterwegs. „Was machstn grad?“
„Nix.“
„Aha. Schon wieder?“
Diese Gesprächsreihe lässt sich an diversen Schauplätzen ohne große Variationen fortsetzen. Interessant ist dabei, dass bei der Frage in Kombination mit dem Internet immer Pakete geliefert werden. Wie kann frau da nun gegensteuern? In der Kriegsführung und im Judo heißt es, dass man den Gegner mit eigenen Waffen schlagen soll. Es dauerte Monate und unendlich langweilige Stunden am Rechner, bis endlich die an mich gestellte Frage kam: „Was machstn da?“ Ich jubelte. Jetzt war er dran und ich konnte ihm seine Antwort um die Ohren hauen.
„Nix.“
„Nix haben wir schon. Das bestelle ich immer.“ Sprach es und ging ungerührt weiter.

Ihre
Tina Voß