Die Kunst des Schenkens

Etwas für andere Menschen zu kaufen, das diese nicht benötigen, aber nun nicht mehr ohne sein wollen, ist die hohe Kunst des Schenkens. Gute Schenker sind aber, vor allem unter Männern, sehr selten.
Durch wessen Brille hat wohl der Mann einer Freundin geblickt, als er ihr, überzeugte Rohkost-Vegetarierin, zum Geburtstag einen Profi-Grill geschenkt hatte? Vor allem, weil er das vier Wochen vor dem Jubeltag tat, da er Sorge hatte, dass sie erstmalig einen Baumarkt betreten würde und sich selber einen kaufen könnte. So kam es, dass der erste Gas-Grill ihres Lebens, dem sie näher als drei Meter kam, auch gleich ihr eigener war.
Ich bin aktuell eine Pudelmützen-Erstbesitzerin mit Hannover-96-Logo. Bisher hatte ich diese Art der Kopfbedeckung für mich ausgeschlossen. Nun sitze ich mit einer weißen Bommel, groß wie ein Medizinball, im Stadion. Wie ging das nur vorher ohne? Ein Vorteil ist, dass man von der anderen Stadionseite aus erkannt wird und warm ist es an den Ohren zudem auch.
Vorlieben und Hobbys zu kommunizieren kann aber ein Bumerang sein. Ich bin Eigentümerin von unzähligen Weihnachtskugeln, Seifen, sechs Salzstreuern, Spardosen und vielen weiteren Gegenständen, alle in Mops-Form.
Vor Jahren bekam ich noch kiloweise Kinderschokolade zu jeder Gelegenheit. Dieses Jahr muss ich mir über mein Selbst- und Fremdbild Gedanken machen. Ich besitze seit meinem letzten Geburtstag ein Schweizer Taschenmesser und drei Liter Wodka.

Ihre Tina Voß