Die Brut aus dem All

In den Redaktionssitzungen für unsere Kundenzeitung suchen wir Menschen mit ungewöhnlichen Hobbys. Jeder überlegt, ob er jemanden kennt, der was Schrilles macht. Alle Augen richteten sich auf Dany, als sie nur mal so am Rande über ihre Leidenschaft für Tierhorrorfilme berichtete. Für dieses Genre gibt es sogar eine eigene liebevoll gepflegte Fanseite, die so wunderbare Dinge wie „unvorstellbares Grauen an Leib und Seele“ offeriert. Da wird dem geneigten Zuschauer sicherlich schon beim Trailer warm uns Herz.
Katalogisiert wie Modelleisenbahnen oder Akten in einem deutschen Katasteramt findet sich in der Kategorie Filme der 60er Jahre z.B. ein eher freundlicher Titel namens „Da lacht die Gänsehaut“. Ein Jahrzehnt später wurde es schon etwas dunkler am Himmel der Tierhorror-Liebhaber mit „Der Tag, an dem die Heuschrecken kamen“. Auch in den 80er Jahren klang „Der Angriff der Killer-Hasen“ noch wie etwas, das auch komisch sein könnte. In den 90er Jahren war ein Star unter den B-Movies wohl „Das Biest im Bodensee“. Nach der Jahrtausendwende war Schluss mit vielleicht lustig. Da wurde „Die Todesbrut“ abgedreht, verfolgt von „Der Jagd nach dem Urhai“. Und wo wir schon nass geworden sind, warum nicht „Schwimm um Dein Leben!“. Schnell weg aus dem Wasser, rein in den Himmel mit „Die Brut aus dem All“ und zurück auf die Erde noch rechtzeitig zum „Duell der Killerschlangen“.
Ich werde mir wohl mal den wohlklingenden Film „Es reißt Dich in Stücke“ ansehen. Wann trifft man schon mal auf einen 10 Meter großen Aal, der in seinem Mund statt Zähne Rasierklingen putzen muss? Danke Dany!

 

Ihre
Tina Voß