Der Puls-Händedruck als Kontrollmittel?

Wie geben Sie anderen Menschen zur Begrüßung die Hand? Fühlt sich Ihre Hand an wie ein toter Fisch oder doch eher wie ein Schraubstock, der dem Gegenüber das Lächeln aus dem Gesicht bannt und Platz für eine schmerzverzerrte Fratze macht?
Eine mir bis vor kurzem unbekannte Variante beschrieb Samy Molcho, der Guru der Körpersprache, in einem Vortrag. Er nannte es den Puls-Händedruck, bei dem der begrüßende Mensch nicht beherzt die Hand des Ahnungslosen ergreift und fest umschließt, sondern 1-2 Finger am Gelenk vorbei auf den Innenarm legt als würde er/sie den Puls ertasten wollen.
Der Taster versucht – frei nach Molcho – Kontrolle auszuüben, mag keine Überraschungen und kann mit seinen Tastfingern Veränderungen in der Körperhaltung früh erkennen und seine Abwehr vorbereiten.
Leider ist mir bisher noch kein kontrollsüchtiger Pulstester begegnet, der seine Finger schlangengleich an meinem Handgelenk vorbei schummelt und den ich dadurch mit meinem neuen Laienwissen analysieren könnte.
Dazu habe ich aber eine Strategie entwickelt. Ich werde beim Bummeln in der Stadt, im Stadion, im Zoo oder bei jeder anderen Gelegenheit, willkürlich allen Ahnungslosen engagiert meine Hand entgegen strecken. Irgendwann wird ein Puls-Grabscher dabei sein und dann werde ich ihm seine Kontrollsucht, seine Unsicherheit und all seine Motive um die Ohren hauen. Der wird Augen machen!

Ihre
Tina Voß