Darmspiegelung

Um meine medizinische Laienkompetenz etwas zu vergrößern, habe ich mich bei einem Vortrag für Wirtschaftsmenschen in der MHH angemeldet. Ich gruselte mich schon ein wenig, als der vortragende Professor vergnügt ankündigte, dass wir vor dem Imbiss noch eine Reise durch den Dickdarm machen. Dabei natürlich auch mal von oben in den Magen linsen und ein bisschen Lebergucken schaffen wir auch.

Und schon ging es mitsamt Schlauch, Mini-Kamera und kleinen Kneifzangen ab in Richtung  Magen eines Patienten mit Leberzirrhose und unschön blutenden Krampfadern in der Speiseröhre. In wahre Begeisterungsstürme kam der Referent jedoch bei der folgenden Darmspiegelung. Zum einen dämmert man fein vor sich hin, zum anderen muss man beim Zahnarzt deutlich mehr aushalten. Die vergnügliche Darmspülung vorab ist auch schnell erledigt und dann kann die Reise beginnen. Dieses Mal schaute das Auditorium gespannt in den Darm eines Menschen mit gutartigen Polypen. Statt Zange kam jetzt ein Star- Wars- Laserschwert zum Einsatz und brutzelte den kleinen Polypen-Freund in einer Rauchwolke weg. 

Damit man sich aber auch z.B. Gallensteine außerhalb ihrer natürlichen Umgebung noch mal genauer ansehen kann, werden diese gerne mit einem kleinen Körbchen nach draußen getragen. Selbiges kommt vorher durch die Mutter-Kind-Technik in die Galle. Ist eigentlich eher ein trojanischer Schlauch, aus dem das Körbchen raus schießt, wenn die Gallenblase damit am wenigsten rechnet. 

Tja, jetzt bleibt nur noch der Dünndarm. Mit dem Schlucken einer Kapsel (ähnlich wie bei „Die Reise ins Ich“) wird eine Mini-Kamera aktiviert, die ab Speiseröhre von innen live überträgt. Da so ein Dünndarm ordentlich lang ist, sendet die Kapsel 4-6 Stunden. Der arme Assistenzarzt, der die ganze Zeit davor sitzt, tut mir ein bisschen leid. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob die Kapsel mehrfach verwendet werden kann und wie sie wieder in den Besitz der MHH gelangt…vermutlich wollte ich die Antwort nicht wissen.

Liebe Grüße

Tina Voß