Come in and find out

Ich bin vorsichtig geworden, wenn ich etwas nicht verstehe. Die Gedanken- und Erlebenswelt von Menschen ist nun mal heterogen. Auf die Aufforderung, „denken Sie jetzt an eine Feder“ kommen bei einer späteren Abfrage so unterschiedliche Ergebnisse heraus, dass schnell klar wird, dass eine Feder nicht einfach eine Feder ist. Auf die Frage, die ich einem Jubilar zu seiner Einladung anlässlich seines 60. Geburtstag stellte, was man denn anziehen solle, erwiderte er, dass das am besten sei, wo man sich am meisten drin wohl fühlen würde. Meine Kuschelhose hatte ich aus einem unbestimmten Bauchgefühl heraus gegen eine Jeans getauscht und das ausgebeulte Deutschland-Shirt gegen ein frisches weißes. Im Laufe des Abends habe ich mehrfach leergegessene Teller in die Hand gedrückt bekommen – von Menschen im schwarzen Anzug oder Cocktailkleid, die sich über die nachlässig gekleidete Kellnerin gewundert haben. Mich. Nun wollte ich mit meiner Freundin Sandra gemeinsam Mittag essen. Das war bisher kleidungstechnisch immer unverfänglich. Aber sie fragte mich überraschenderweise, ob ich nicht Lust hätte, statt zum Essen, gemeinsam mit ihr in einen begehbaren Darm zu gehen, der sich zu der Zeit in ihrer Nähe befinden würde. Diesen Satz musste ich dreimal lesen. Seit Stunden grübele ich nun darüber, was ich zu diesem Ereignis anziehen könnte. Vermutlich ist das aber eine Übersprungshandlung, um mir keine Gedanken über die inhaltliche Bedeutung dieses Besuchs zu machen.

 

PS: Mehr Infos gibt es unter: www.faszination-darm.de

  

 
Ihre Tina Voß