Berufsinformation

Wenn man einen spannenden Beruf ausübt, wird man schnell Opfer von privat motivierten Anfragen. Eine Friseurin bekommt auf einer Party schon mal ein Büschel Haare ins Auge gepiekt, mit der Frage, ob das etwa Spliss wäre (Männerhinweis: das sind aufgespaltene Haarenden, die dafür sorgen, dass man aussieht wie explodierte Dämmwolle). Eine Kosmetikerin wird aufs Damenklo gezerrt, damit sie mit Bordmitteln (Kajalstift, Labello und hautfettaufsaugenden Tüchern) ein Abend-Makeup zaubert, neben dem Lady Gaga aussieht wie eine Wasserleiche. Oder sie wird gebeten, Hautunreinheiten rund um T-Zone (Männerhinweis: Stirn, Nase, Kinn) mittels Druck der Finger professionell rauszuquetschen. Den Prosecco kann sie ja solange beim Seifenspender parken.Outet man sich als Psychotherapeut, steht garantiert jemand auf der Matte, dessen Bekannter ein erhebliches Problem mit seinem Ehe-Rochen daheim hat und ein paar griffige Tipps möchte, wie man das keifende Weib wieder in die Spur bekommt. Schließlich gehören drei Mahlzeiten und gebügelte Hemden mit zur Ehe-Abmachung (Männerhinweis: keiner).  Klappt das nicht, steht sicher irgendwo ein Anwalt herum, der Tipps für die Phase danach hat.Ein gelungener Abend kann zudem sein, sich neben einen Urologen zu stellen, an den sich im Laufe des Abends Männer über vierzig heranpirschen, um mal was untenrum für einen Freund zu fragen.  Das kann für frau recht aufschlussreich sein.  Wenn sich allerdings ein Proktologe dazu gesellt, wäre mein Rat: abhauen!

 

Ihre
Tina Voß