Aufstehen!

Diese Aufforderung kann Erleichterung auslösen, weil eine ruhelose Nacht endlich dem Ende zu geht oder Entsetzen, weil es unmöglich schon morgens sein kann. Es gibt Lerchen, die bereits morgens trällern und es gibt Eulen, die die Lerchen dann gerne zum Abschuss freigeben würden, wenn beide Vögel das gleiche Bett teilen. Die Wissenschaft dazu heißt übrigens Chronobiologie und die hat festgestellt, dass selbst Hautschüppchen von Lerchen und Eulen den Biorhythmus in sich tragen und entsprechend reagieren. Wobei ich mir nicht ganz klar darüber bin, wie man im Labor misst, dass die Eulen-Menschen-Schuppen völlig verpennt sind, während die Lerchen-Hautpartikel wach und gut gelaunt den Tag begrüßen. Wie stellt man sich ein Hautzellen-Schlafzimmer in einer Petrischale vor? Klingelt da ein Wecker? Liegen die gemeinsam im Bett? Der Biorhythmus der Frühaufsteher ist übrigens nach 23 Stunden einfach abgeschlossen. Wenn also der frühe Wurm vor Abschluss seines Genzyklus noch unter Menschen ist, schlägt er vermutlich mit dem Kopf auf den Tisch und schläft. Dann verpasst der Wurm garantiert die Eule, weil die mit einem 25-Stunden-Zyklus immer zu allen Gelegenheiten zu spät kommt. Sie kann ja nicht anders. Lichttherapie und Melatonin-Gaben helfen genauso wenig, den Rhythmus zu verändern, wie nasse Waschlappen und Beschimpfungen. Zum Glück gilt diese Reinkultur für Schlaftypen nur für etwa 25% aller Fälle. Dreiviertel aller Menschen sind demnach irgendwo dazwischen im unauffälligen Bereich zu Hause. Hoffentlich wissen das auch deren Schuppen.

 

Ihre Tina Voß