Alt und grau

Der Mops-Opi hat schon so einiges im Leben geschafft. Vor allem 12 Jahre alt zu werden. Im Zuge des Alterungsprozess hat er vergessen, dass der Tierarzt sein Todfeind ist und nimmt in der Praxis bereitwillig Leckerlies an. Früher hätte er den Arzt vernichtend angeschaut und das Futter auf den Boden gespuckt. Jetzt findet er, dass der Kerl mit der Blechdose ein super Typ ist und freut sich, dass wir den zum Essen besuchen.

Seit einigen Wochen ist der Mops nun taub. Keine beige Kanonenkugel die zur Tür galoppiert, wenn es klingelt, keine lebende Sirene mehr, wenn ein heulendes Feuerwehrauto vorbei rast. Die Welt des Hundes stelle ich mir jetzt so vor wie unter Wasser. Alles friedlich. Zumindest wirkt er nicht unzufrieden.

ER schaut gerne „Star Wars“ oder „Herr der Ringe“ in Dolby-Surround-Dings-Oben-Unten. Das ist der Kram, aus dem einen der Nachrichtensprecher auch von hinten anbrüllt.  Früher musste der Hund in einen extra Raum, wenn im Wohnzimmer Kriegsgemetzel herrschte. Jetzt sitzen ER und der Mops gemeinsam auf der Hundedecke. Einer von beiden pennt und der andere schaut zum 100. Mal entrückt zu, wie ein Todesstern (gibt’s übrigens im Nachbau von Lego) Planeten zerstört. Beide sind zufrieden. Ich befinde mich bei diesen Sessions grundsätzlich außerhalb der häuslichen Umgebung. Ich kann zu gut hören.

Herzliche Grüße

Ihre Tina Voß