Alles Bio

Finden Sie nicht auch, dass man Ökologie unterstützen sollte? Daher war ich hoch erfreut über die Neueröffnung eines biologischen Tagesbistros und bin in wenigen Tagen gleich zweimal hingeeilt.

Während ich beim ersten Mal etwas Unverfängliches wie Schupfnudeln aß, sollte beim 2. Mal ein Salat mit Bio-Krabben meine Wahl sein. Meine Freundin und ich plauderten und ich stopfte gedankenlos Gabel für Gabel in mich hinein. Als nur noch wenige Salatreste übrig waren, erspähte ich auf dem Teller etwas in Größe meines kleinen Fingers und betrachtete es interessiert. „Guck mal Petra, was das wohl ist?“ Sie schaute mich tadelnd an und antwortete: „Stell Dich nicht so an. Das ist eine Bohne.“ Stirnrunzelnd ging ich näher ran und stupste die Bohne mit der Gabel an. Oh! Die Bohne war kitzelig und zog sich zusammen als ich sie am Bauch berührte. „Ihh! Eine Nacktschnecke!“ Ich fing ein bisschen undamenhaft an zu würgen. Hatte ich ihre Familie etwa schon zermalmt? Traten Nacktschnecken nicht immer im Rudel auf? War die eine Krabbe im Mund vorhin nicht etwas schleimig? Eilig näherte ich mich bei diesen Gedanken den Waschräumen. Ich wollte bei meinen spontanen Überlegungen lieber in der Nähe einer Wasserspülung sein.

Als mein Körper sich entschloss, Salat samt Getier in sich zu behalten, wagte ich mich zurück. „Na Schneckchen“, begrüßte ich meine Freundin wieder gut gelaunt. Fürsorglich wurde mir ein Schnaps hingestellt und der Koch in der Küche beschimpft. Ich spülte ihn beherzt herunter. „Toller Magenputzer, gell? Das ist eine Spezialität aus Braunschweig“, klärte mich die Inhaberin auf. Ich wollte wieder würgen. Die Schnecken hätte ich ja noch akzeptiert, aber ein Getränk aus Braunschweig? Das war zu viel…..

Liebe Grüße
Tina Voß