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Blätterwald

Männer und Frauen sind unterschiedlich. Das bestreitet wohl niemand. Nur, welche Spezies liest die sinnlosesten Magazine?
Wenn es WIRKLICH eine erfolgreiche Diät gäben würde, dann würde nicht jede Frühjahrsausgabe eines Magazin, das einen Frauennamen als Titel hat, eine neue Diät-Sensation anpreisen. Je nach Intellekt der angepeilten Zielgruppe, pendeln die Headlines zwischen „Verlieren Sie Ihr komplettes Gewicht mit der Eier-Diät“ über „Atmen Sie den Hintern weg“ bis zu „Meditieren gegen die Pfunde“. Ähnliches gilt bei der Cellulite. Gäbe es etwas, das Orangen in Pfirsiche verwandeln könnte, wäre es eine Lizenz zum Gelddrucken.
Männermagazine sind da nicht unbedingt rationaler. Auf jedem Titel ein glänzender Kerl mit Sixpack, der im Innenteil verrät, dass er vor drei Wochen noch aussah wie ein Sack Kartoffeln, aber dank einer Eiweiß-Diät und ein paar Muskelübungen nun Äpfel auf seinem Bauch raspeln kann.
Bei den Frauen wird eine neue Lidschatten-Mode angepriesen, bei der man aussieht, als wäre ein Kampf gegen Mike Tyson klar durch K.O. verloren gegangen. Die Männer träumen von Armbanduhren und nicht mehr tüv-gerechten Autos im Wert eines Zweifamilienhauses. Frauen denken, dass alle Männer niederknien, wenn sie sich ab morgen einen gelabelten Ledersack im Wert eines tüv-gerechten gebrauchten Kleinwagens an den Arm hängen, It-Bag genannt. Dabei bemerken Männer eine Handtasche doch erst, wenn sie die mit Schmackes an den Kopf geknallt bekommen. Aus Wasser wurde nie Wein, aus Dreck nie Gold. Egal, in welchem Jahrhundert wir leben, Glaube versetzt Berge und erhöht die Auflage.

 
Ihre
Tina Voß