Alle Jahre wieder... die drei Tode unserer guten Vorsätze

Es gibt Konstanten in unserem Leben, auf die wir uns wirklich verlassen
können: Das Krippenspiel im Dezember, die Fußball-Rückrunde
im Januar und das Begräbnis der ersten guten Vorsätze im
Februar. Statt das ganze Jahr über darauf zu achten, dass es uns gut
geht und ob wir vielleicht etwas an unserem Leben ändern sollten,
warten wir auf das Jahresende, um uns dann kurz zu überlegen, was
im nächsten Jahr anders werden muss. Hand aufs Herz: Wie viele
Ihrer guten Vorsätze aus den letzten Jahren haben Sie umgesetzt
und wie viele dümpeln in Ihrer „wollte ich eigentlich auch mal
machen“-Schublade?

Jedes Projekt am Arbeitsplatz, selbst privaten Urlaub gehen wir planvoll
und strukturiert an, aus gutem Grund. Was den alljährlichen Entschluss,
unser Leben zu ändern, betriff t, reicht uns in der Regel ein schlappes:
„Das mache ich ab morgen anders.“ Das ist sehr schade, weil unsere persönliche
Lebensqualität und vor allem berufl icher Erfolg und Arbeitszufriedenheit
oft die Leidtragenden sind. Auf der Suche, warum das selten
klappt, stieß ich auf drei Mordwerkzeuge, mit denen Sie sicherlich auch
schon den einen oder anderen Vorsatz zur Strecke gebracht haben.

Null Bock – Mordwerkzeug 1
Der größte Antrieb, uns zu verändern, ist Unzufriedenheit mit der aktuellen
Situation. Was aber, wenn mein Chef mich bittet, mehr Mitarbeitergespräche
zu führen oder mein Partner sich wünscht, dass ich meine
Freizeit anders gestalte? Geht es MIR damit besser? Geht es MIR mit
meinem aktuellen Verhalten schlecht? Unser Gewissen wird natürlich
bessere Gründe als fehlende Lust fi nden. Fakt ist trotzdem: Die Überlebenschance
eines Vorsatzes „ohne Bock“ ist äußerst gering. Wenn Sie
das wissen, fragen Sie sich, wie wichtig es ist, die fehlende Eigenmotivation
zu ersetzen oder andere Lösungen zu fi nden, wie Sie den „Bock“
mit ins Boot holen.

Der falsche Hund – Mordwerkzeug 2
Ein Vertriebsmitarbeiter beklagte sich über zu viele Kundengespräche,
die er gerne im neuen Jahr reduzieren wollte. Auf die Frage, ob sich die
Anzahl in letzter Zeit erhöht hätte, antwortete er mit Nein, die Frage,
ob ihn das schon immer störe, verneinte er ebenfalls. Hatte sich sonst
etwas in seinem Leben verändert? Jetzt wurde die Sache spannend.
Herr A. war vor drei Monaten Vater von Zwillingen geworden und teilte
sich mit seiner Frau die Nächte, außerdem hatte er den Vorsitz seines
Handballvereins mit viel Eventorganisation übernommen und sich für
den letzten Wahlkampf seiner Partei erfolgreich als Kandidat aufstellen
lassen. Wo liegt jetzt der Hund begraben? Ist der Job plötzlich zu stressig,
oder tanzt Herr A. privat auf zu vielen Hochzeiten?

Oft zeigt sich Unzufriedenheit auf einem Gebiet, das nicht ursächlich
ist. Achtsamkeit heißt auch, sich die eigentlichen Ursachen Ihrer Unzufriedenheit
klar zu machen. Ändern Sie dann im entscheidenden Kontext
die Dinge. In der Regel zeigt schon eine kleine Übersicht, in welchem
Bereich es hakt. Beachten Sie dabei, dass Gesundheit oft mit
verschiedenen Bereichen zusammenhängt.

Berücksichtigen Sie bei der Arbeit mit dieser Übersicht auch die Zeit,
die verschiedene Bereiche in Ihrem Leben einnehmen. In der Regel
verbringen wir die meiste Zeit im Job.

Kein Plan – Mordwerkzeug 3
Ein Vorsatz wird zum Vorsatz, weil Sie ihn bisher aus irgendeinem
Grund nicht umgesetzt haben. Zu glauben, dass sich das am 1.1. ohne
Plan und Strategie ändert, wäre naiv. Stellen Sie sich zuerst die Frage,
was Sie bisher an der Umsetzung gehindert hat. Mordwerkzeug 1 oder
2? Überarbeiten Sie sofort den Vorsatz! Für alles andere gibt es einen
Plan. Spielt Zeit eine Rolle? Verpfl ichtungen? Erwartungen anderer?
Angst, etwas zu verlieren? Gehen Sie den potenziellen Stolpersteinen
systematisch nach und bauen Sie diese in Ihren Maßnahmenplan ein.
Achtsamkeit heißt, auch einen Plan B zu haben. Ganz wichtig: Formulieren
Sie konkrete Maßnahmen bei der Umsetzung!

„Ich möchte meinen Arbeitsplatz besser strukturieren“ reicht nicht. „Ich
werde am Ende jedes Arbeitstages eine terminierte To-do-Liste erstellen
und die Abarbeitung am nächsten Tag kontrollieren“ ist dagegen
verbindlich und vor allem messbar. Ein Vorsatz braucht einen Maßstab,
mit dem Sie seinen Erfolg kontrollieren können. Bock dabei, nach dem
richtigen Hund gegraben und konkreten Plan in der Hand? Dann viel
Erfolg bei der Umsetzung!